Isopathie

Die Isopathie ist eine Behandlungsmethode, die sich von der Homöopathie ableitet. Anstelle des “Ähnlichkeits-Prinzips” („similia similibus curantur“ – ähnliches wird ähnliches heilen“) der Homöopathie setzt sie das “Gleichheits-Prinzip” („aequalia aequalibus curantur“ = „gleiches wird gleiches heilen“).Die Isopathie beruht auf der Lehre des Pleomorphismus, die zu Ende des 19. Jahrhunderts und zu Anfang des 20. Jahrhunderts von namhaften Naturwissen-schaftlern entwickelt wurde, unter ihnen Antoine Béchamp und Günther Enderlein. Nach Enderlein beherbergen die roten Blutkörper des Menschen einen Urkeim pflanzlichen Ursprungs, den Endobionten. Der Endobiont lebt im gesunden menschlichen Organismus in unschädlicher Symbiose mit dem Wirt und ist für das Leben unerlässlich. Durch äußere Einflüsse (z.B. proteinreiche Nahrung, Übersäuerung, Umweltgifte, Toxine, Infektionen) kann es jedoch zu einer Formenumwandlung dieser Mikroorganismen kommen.

Mucor racemosus Fresen. 2040fache Vergrößerung
Mucor racemosus Fresen. 2040fache Vergrößerung

Im veränderten, übersäuerten Körpermilieu durchläuft der Endobiont verschiedene Entwicklungsstufen eines zyklischen Prozesses, wodurch krankheitserregende Bakterien und Pilzformen entstehen. Der gesunde Organismus vermag die höher entwickelten Formen abzubauen und damit unschädlich zu machen. Der geschwächte Organismus mit übersauertem Gewebe hingegen nicht, wodurch es zu verschiedensten Krankheitserscheinungen kommt. Hier liegt der Ansatzpunkt der isopathischen Therapie, die das Symbiosegleichgewicht zwischen dem Endobionten und seinem Wirt wiederherstellt. Diese Vorgehensweise ist dem schulmedizinischen Grundsatz der Antibiose entgegengesetzt, bei dem Viren, Bakterien, Pilze oder auch Körperzellen durch Antibiotika im Wachstum gehemmt oder abgetötet werden, wodurch aber auch die harmlosen Symbionten geschädigt werden, auf die der Körper angewiesen ist.

Penicillium notatum. 2800fache Vergrößerung
Penicillium notatum. 2800fache Vergrößerung

Stattdessen arbeitet die Isopathie nach dem Grundsatz der Symbiose, also mit der Natur und nicht gegen sie, und bietet da, wo Antibiotika offensichtlich versagen, Heilungsmöglichkeiten.

Durch die Verabreichung von nicht krankmachenden Entwicklungsstufen eines Keimes (Protiten oder Endobionten) kann ein Abbau der weiterentwickelten Bakterien oder Pilze ausgelöst werden und der Kranke gesunden. Mittels bestimmter Arzneien (die die Erregerurformen nach den Vorgaben der Isopathie in einer aufbereiteten Form enthalten), kann das Symbiose-Gleichgewicht durch isotherapeutische Ausleitung wiederhergestellt werden. Neben der medikamentösen Therapie befasst sich die Isopathie insbesondere auch mit der Aufrechterhaltung des natürlichen Körpermilieus, d.h. der Korrektur des Säuren-Basen-Haushalts.