Münchner Rhythmenlehre

Tierkreiszeichenmann: Mittelalterliche Buchillustration zur astrologischen Medizin
Tierkreiszeichenmann: Mittelalterliche Buchillustration zur astrologischen Medizin

Die Münchner Rhythmenlehre (Abk.: MRL) ist eine von dem Münchner Astrologen Wolfgang Döbereiner entwickelte Schulrichtung der Astrologie. Ihr zufolge lässt sich aus dem Geburtshoroskop der Lebensplan eines Menschen nach bestimmten zugrunde liegenden Zeitrhythmen erschließen. Ein besonderes Merkmal und Anliegen der MRL ist es, Schicksal nicht als fremdes oder feindliches Zufallsereignis kosmischer oder fatalistischer Konstellationen zu verstehen, sondern dieses als dem Menschen folgerichtiges und zugehöriges Geschehen zu entschlüsseln. Der Mensch ist an seine Veranlagung oder Aufgabe gebunden, d.h., nicht jeder kann alles wollen oder tun, vielmehr nur seine ihm gestellten Aufgaben lösen oder verweigern. Wenn es zur Verweigerung kommt, werden allmählich Selbstverhinderungs- und vernichtungsstufen ausgelöst, die sich häufig in Form von Krankheiten oder durch schicksalhaft empfundene regulative Ereignissen äußern. "Das Schicksal ist nie zufällig oder böse, sondern immer das Ereignis des individuellen Verhältnisses zwischen Anlagen und Verhaltensweisen." (Wolfgang Döbereiner). Die Sinnhaftigkeit dieser Prozesse und die in ihnen enthaltenen Lösungsmöglichkeiten zu erkennen, ist das wesentliche Ziel des individualastrologischen und astrohomöopathischen Ansatzes der Rhythmenlehre.

In seinem Buch Astrologisch-homöopathische Erfahrungsbilder (1980) beschreibt Wolfgang Döbereiner die biografische Entstehung von Erkrankungen und deren astrologische Entsprechungen im Sinne der paracelsischen Signaturenlehre. Die Empfehlung der Einnahme von homöopathischen Mitteln als Analogie zu schwierigen Aspekten des Horoskops ist ein wesentlicher Teil der Münchner Rhythmenlehre, die als konkrete Hilfe für die Verwirklichung und Lösung konstellativer Anlagen angesehen wird. Aufgrund von jahrzehntelangen Beobachtungen wird davon ausgegangen, daß homöopathische Mittel nicht nur analoge Entsprechungen zu bipolaren Aspekten darstellen, sondern dass diese schicksalswirksam sind und somit pathologische körperliche und seelische Prozesse günstig beeinflussen können.